Nebenwirkungen

Chemo- und Strahlentherapie • Anämie • Atemnot • Hautausschlag • Schmerzen

Behandlung tumor- und therapiebedingter Symptome

Die Therapien, die ein Patient mit Lungenkrebs bekommt, sind zwar heutzutage gut verträglich, können aber insgesamt doch sehr belasten. Atemnot, Übelkeit und starke Ermüdungserscheinungen sind therapiebedingte Nebenwirkungen, die bei vielen Patienten auftreten. Allerdings lassen sich die Nebenwirkungen heute durch moderne Medikamente immer besser beherrschen.

Chemo- und Strahlentherapie

Sowohl die Chemo- als auch die Strahlentherapie haben das Ziel, Krebszellen anzugreifen und abzutöten. Da von diesem Effekt jedoch auch normale gesunde Körperzellen betroffen sind, können Nebenwirkungen auftreten. Die Ausprägung unterscheidet sich dabei je nach Art und Intensität der Therapie.
Die Strahlentherapie ist heute dank verschiedener technischer Verbesserungen und computergesteuerter Planung präziser und verträglicher als früher, so dass umliegendes gesundes Gewebe weitgehend von der Strahlenwirkung verschont bleibt. Dennoch kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, beispielsweise zu Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Veränderungen der bestrahlten Hautbereiche, Entzündung der Mundschleimhäute und Appetitlosigkeit. Über eine geeignete Pflege der bestrahlten Hautbezirke sowie Möglichkeiten zur Linderung der anderen Nebenwirkungen werden Sie umfassend von Ihrem behandelnden Arzt informiert.

Die Chemotherapie greift auch gesunde Zellen an, die schnell wachsen, wie beispielweise die Zellen der Haarwurzeln, der Schleimhäute und des Knochenmarks. Entsprechend häufig sind die Nebenwirkungen Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen, Schleimhautentzündungen im Mund und im Darm, Durchfall und allgemeines Unwohlsein. Auch eine Schädigung der Blutbildung im Knochenmark kann auftreten und zu einem Abfall der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen im Blut führen. Eine Verringerung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) kann zu erhöhter Infektionsanfälligkeit führen; eine zu geringe Anzahl an Blutplättchen (Thrombozyten) kann Störungen der Blutgerinnung verursachen und ein Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten), auch Anämie genannt, bewirkt eine schlechtere Sauerstoffversorgung und macht sich durch vermehrte Müdigkeit und Erschöpfung bemerkbar. Viele Patienten klagen unter Chemotherapie über eine extreme Schwächung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Dafür steht heute der Begriff Fatigue.

Um den therapiebedingten Nebenwirkungen vorzubeugen oder sie zu lindern, stehen verschiedene sehr wirksame Möglichkeiten zur Verfügung. Gegen Übelkeit helfen so genannte Antiemetika, auch 5HT3-Blocker genannt. Diese Medikamente werden im Gehirn wirksam und blockieren effektiv die Übelkeitsempfindung.
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Anämie

Auch die Anämie ist relativ gut beherrschbar, und damit auch die anämiebedingte Fatigue mit der einhergehenden Müdigkeit und Erschöpfung: Seit einigen Jahren weiß man, dass der Wirkstoff Erythropoetin, kurz Epo genannt, die Bildung von Blutzellen und damit den Sauerstofftransport im Blut sehr positiv beeinflusst. Bei Sportlern ist die Nutzung dieses leistungsverbessernden Effekts als Doping streng verboten. Für Krebspatienten ist sie dagegen eine große Hilfe, um den Allgemeinzustand zu verbessern.
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Atemnot

Ein weiteres tumor- oder operationsbedingtes Symptom ist die Atemnot. Der Tumor kann zentrale Atemwege verlegen oder durch Druck einengen und dadurch die Atembeschwerden verursachen. Auch kann infolge einer Operation, bei der ein mehr oder minder großer Teil des Lungengewebes entfernt wurde, Luftnot auftreten. Um die Atemnot zu lindern, gibt es neben der Gabe von Medikamenten (vor allem Opioide und Anxiolytika) verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise können Metallröhrchen (Stents) in Verästelungen der Luftröhre geschoben werden, um diese offen zu halten. Auch kann die Tumormasse mittels Laser oder Bestrahlung von innen (endoluminale Brachytherapie) verkleinert werden. Bei Atemproblemen, für deren Linderung eine Sauerstoffgabe sinnvoll ist, kann dieser in reinerer Form – im sogenannten „Sauerstoffkonzentrator“ – zur Verfügung gestellt werden.
Patienten, die an Luftnot leiden, werden als Reaktion auf dieses beängstigende Symptom nicht selten sehr unruhig oder geraten in Panik. Neben der eventuellen Gabe von angstlösenden Medikamenten ist es vor allem wichtig, dass Behandelnde und Pflegende aber auch Angehörige Ruhe bewahren und ausstrahlen. Hilfreich sind häufig auch einfache Maßnahmen wie eine erhöhte Liegeposition, Frischluft (Fenster öffnen, Ventilator) und nicht einengende Kleidung.
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Hautausschlag

Neue Therapiemöglichkeiten wie die Behandlung mit einem Tyrosinkinase- Hemmer greifen vor allem die Krebszellen selbst und nicht gesunde Körperzellen an. Eine häufige Nebenwirkung von Tyrosinkinase-Hemmern ist aber das Auftreten eines Hautauschlages. Der Ausschlag tritt bei den meisten Patienten in leichter bis mittelschwerer Form als rötliche Pusteln auf, bildet sich in der Regel aber nach ein bis zwei Wochen zurück. Vorbeugend wirkt die regelmäßige Pflege der Haut mit einer milden feuchtigkeitsspendenden Lotion. Sobald ein Ausschlag auftritt, lässt er sich mit cortison- oder antibiotikahaltigen Cremes behandeln und lindern. Bevor Patienten aber selber "zur Creme greifen", sollten Sie ihren behandelnden Arzt oder einen mit dieser Nebenwirkung vertrauten Dermatologen ansprechen.
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Schmerzen

Bei Lungenkrebs in fortgeschrittenen Stadien sind Schmerzen häufig das belastendste Symptom der Erkrankung, das die Lebensqualität stark beeinträchtigt. Falls die Schmerzursache – der Tumor oder seine Metastasen – nicht direkt behandelt werden kann, ist eine wirksame Schmerztherapie eine der wichtigsten Maßnahmen. Sie wird individuell auf die Schmerzsituation des Patienten abgestimmt. Mit Opioiden, Nicht-Opioiden und Begleitmedikamenten lassen sich die Tumorschmerzen gut lindern. Die Behandlung erfolgt nach Möglichkeit mit Tabletten, Kapseln oder Tropfen.

Die Schmerzmittel sollten nach einem festen Zeitplan eingenommen werden und nicht erst dann, wenn die Schmerzen wieder auftreten. Wenn die Schmerzlinderung nicht mehr ausreichen sollte, kann die Dosis erhöht, in manchen Fällen auch das Medikament gewechselt werden.

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung können auch andere Maßnahmen die Schmerzen günstig beeinflussen. Hierzu gehören beispielsweise Bestrahlung, Chemotherapie und Krankengymnastik.

Wichtig ist: Nicht ihr Arzt spürt die Schmerzen, sondern Sie selbst. Deshalb können nur Sie beurteilen, ob und in welchem Ausmaß die Schmerzbehandlung hilft. Auch können Sie wichtige Hinweise auf die Schmerzursache geben. Was bei bestimmten Schmerzen gut anschlägt, hilft bei anderen vielleicht kaum. Für eine erfolgreiche Schmerzbehandlung ist daher die Mitarbeit des Betroffenen äußerst wichtig!
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