Die Diagnose Lungenkrebs trifft die meisten Betroffenen und deren Angehörige sehr plötzlich und unvorbereitet und löst zunächst einen großen Schock aus. Betroffene fühlen sich von Ängsten und Ohnmacht überwältigt.
Fragen wie „Muss ich bald sterben?“ oder „Wie wird sich mein Leben verändern?“ können sich stellen und schnell werden Bilder von Leid und Schmerzen hervorgerufen. Eine Tumorerkrankung stellt in den meisten Fällen eine Lebenskrise dar, deren Bewältigung psychische Schwerstarbeit bedeutet.
Geben Sie sich Zeit, um die Diagnose Lungenkrebs zu verarbeiten.
Im Folgenden finden Betroffene und Angehörige Ratschläge, die bei der Bewältigung helfen können.
Versuchen Sie, die Krankheit zu akzeptieren. Grübeleien über Ursachen und eigene Schuld oder aber die Frage „Warum gerade ich?“ finden sich bei vielen Betroffenen. Sie gehören zum Prozess der Krankheitsbewältigung. Ein dauerhaftes Verharren in diesen Gedanken erschwert allerdings die Bewältigung der Erkrankung.
Wichtig ist es, sich in diesen Fragestellungen zu positionieren und das Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit zu bekämpfen. Unkenntnis und Unwissenheit verursachen häufig Angst. Informieren Sie sich deshalb über Ihre Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten, z. B. bei Krebsberatungsstellen, beim Arzt, in Buchhandlungen und Bibliotheken, im Internet, bei Selbsthilfegruppen, Gesundheitsämtern und Krankenkassen.
Je besser Sie über Ihre eigene Erkrankung und die Risiken und Chancen Bescheid wissen, umso besser können Sie mit der Situation umgehen und Entscheidungen bewusst treffen. Wissen vermindert die lähmende Angst!
Es kann sehr hilfreich sein, mit Angehörigen und/oder Freunden über ihre Ängste, Sorgen und Unsicherheiten zu sprechen. Wenn es gelingt, offen und ehrlich miteinander umzugehen, können die Belastungen der Krankheit und Behandlung gemeinsam getragen werden.
Sicherlich ist es nicht einfach, über die Krankheit und die damit verbundenen Ängste zu sprechen, aber bedenken Sie, dass ihr nächstes Umfeld auch sehr unsicher und besorgt ist und Schwierigkeiten im richtigen Umgang mit der Situation hat. In der Regel sind alle Beteiligten erleichtert, wenn über die Krankheit und die neue Lebenssituation offen miteinander gesprochen werden kann.
Die Wege, das eigene Befinden günstig zu beeinflussen, sind individuell sehr unterschiedlich, hierfür gibt es kein Patentrezept. Der eine braucht Ruhe, der andere sucht das Gespräch – dem einen hilft Bewegung, dem anderen Entspannung. Finden Sie heraus, was Ihnen gut tut und was Ihnen hilft, die Belastungen besser zu verarbeiten.
Es gibt verschiedene Anlaufstellen, an die Sie sich mit ihren Fragen wenden können. Im Krankenhaus finden Sie beispielsweise in der Regel den Sozial- und psychosozialen Dienst, bei dem Krebspatienten praktische und psychologische Hilfe erhalten. Darüber hinaus wird in vielen Kliniken ein Betreuungsangebot durch evangelische und katholische Seelsorger geboten.
Außerhalb der Kliniken gibt es Krebsberatungsstellen verschiedener Träger, an die sich Patienten und Angehörige mit allen Fragen zu Erkrankung, Behandlung und Nachsorge wenden können. Die Leistungen sind in der Regel unentgeltlich.
Große Unterstützung finden Betroffene auch in Selbsthilfegruppen. Informationsaustausch, Gespräche und Hilfe unter Betroffenen entlasten, machen Mut und unterstützen die Krankheitsverarbeitung.
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