Häufigkeit •
Rauchen •
Passivrauchen •
Schadstoffe •
Symptome
Tumorerkrankungen der Lunge können gut- oder bösartig sein – gutartige Geschwülste treten allerdings sehr viel seltener auf als bösartige. Gutartige Tumore der Lunge wachsen in der Regel langsam. Sie verdrängen dabei gesundes Gewebe, zerstören es aber nicht. Obwohl sie nur selten Beschwerden verursachen, werden sie in der Regel durch eine Operation entfernt, um die Gutartigkeit sicherzustellen und einer Entartung zum bösartigen Tumor vorzubeugen.
In über 90 Prozent der Fälle sind Geschwülste der Lunge bösartig. Lungenkrebs, in der Fachsprache auch Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom genannt, kann in allen Lungenabschnitten entstehen und im weiteren Verlauf auch auf andere Organe übergreifen.
Die Belastung der Bronchien
durch Schadstoffe
Insbesondere Tabakrauch erhöht
das Lungenkrebsrisiko erheblich
Schadstoffe fördern die Entartung
von Zellen und erhöhen das Krebsrisiko
Häufigkeit
Der Lungenkrebs gehört mit dem Brustkrebs und dem Prostatakrebs zu den häufigsten Tumorerkrankungen in den westlichen Industrienationen. Pro Jahr erkrannken in Deutschland etwa 33.000 Männer und 13.200 Frauen an Lungenkrebs, meistens zwischen dem 55. und 70. Lebensjahr.
Ein Tumor entsteht nicht plötzlich, sondern in einem langjährigen Prozess, der in vielen Schritten und unter Einfluss einer Reihe von Faktoren abläuft. So wenig es den Krebs gibt, so wenig kann man auch von der Krebsursache sprechen. Allerdings gibt es Konstellationen, die das Entstehen von Krebs fördern. Speziell beim Lungenkrebs geht man sogar davon aus, dass er hauptsächlich durch Umweltfaktoren, an erster Stelle durch das Rauchen, ausgelöst wird.
Die kontinuierliche Belastung der Bronchien durch das Rauchen steigert das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, erheblich. Der Zigarettenrauch bzw. die darin enthaltenen Stoffe schädigen die Schleimhaut und können damit die Entartung der Schleimhautzellen fördern. Im Tabakrauch konnten etwa 50 Stoffe eindeutig als krebserregend identifiziert werden. Rund 85 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen sind auf das Tabakrauchen zurückzuführen. Das Risiko eines Lungentumors steigt mit der Anzahl der Zigaretten, verdoppelt sich die täglich gerauchte Zigarettenzahl, verdoppelt sich auch das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Im Vergleich zu einem Nichtraucher kann das Lungenkrebsrisiko auf das 20- bis 30fache erhöht sein.
Aber auch Passivrauchen erhöht das Risiko: Im so genannten Nebenstromrauch ist eine Vielzahl von Schadstoffen enthalten. Man schätzt, dass in Deutschland pro Jahr etwa 400 Nichtraucher durch Passivrauchen an Lungenkrebs sterben. Das Krebsrisiko von Menschen, die mit dem Rauchen aufgehört haben, nimmt allerdings kontinuierlich wieder ab. Es verringert sich beim Lungenkrebs nach fünf Jahren um 60 Prozent und nach 15 bis 20 Jahren sogar um bis zu 90 Prozent.
Neben dem Rauchen können auch Schadstoffe, denen man am Arbeitsplatz ausgesetzt ist, die Lungenkrebswahrscheinlichkeit erheblich erhöhen, besonders in Kombination mit dem Rauchen. Zehn bis 15 Prozent der Patienten mit Lungenkrebs sind Nichtraucher. Hier scheinen erbliche Faktoren bei der Entstehung eine Rolle zu spielen.
Lungenkrebs verursacht in frühen Stadien nur selten Beschwerden. Deshalb werden kleinere Tumore fast immer nur zufällig im Rahmen einer anderen Untersuchung entdeckt, beispielsweise bei einer Röntgenuntersuchung aus anderem Anlass. Neu auftretender Husten oder die Verschlimmerung eines chronischen Hustens, der bei Rauchern als Raucherhusten häufig auftritt, sind die häufigsten Beschwerden, die zum Arztbesuch führen. Die Krankheitszeichen sind oft so vieldeutig, dass sie zunächst verkannt werden. Bei folgenden Symptomen sollte man immer einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen der Beschwerden abzuklären:
Husten, insbesondere ein lange bestehender Raucherhusten, der sich plötzlich ändert
Bronchitis oder eine Erkältung, die sich trotz Behandlung mit Antibiotika nicht bessert
Atemnot, Schmerzen im Brustkorb, Heiserkeit, Schluckbeschwerden und pfeifende Atemgeräusche können auf eine lokal bereits fortgeschrittene Krankheit hinweisen; Schmerzen in den Knochen, im Oberbauch sowie Kopfschmerzen und Übelkeit auf eine Absiedlung des Tumors (Metastasierung).