Angiogenese-Hemmer

Therapie

Angiogenese-Hemmer

Angiogenese-Hemmer gehören wie Tyrosinkinase-Hemmer zu den zielgerichteten Therapien. Sie setzen bei der Blutversorgung des Tumors an. Wird diese unterbrochen, so sterben Krebszellen ab. Diese Therapieoption wird bei Lungenkrebs ebenfalls angewandt, da Tumorzellen ab einer bestimmten Größe eine eigene Blutversorgung aufbauen.

Wie wirken Angiogenese-Hemmer?

Ein weiterer Weg, das Tumorwachstum einzudämmen, ist das „Aushungern“ des Tumors. Dies geschieht, indem man seine Blutversorgung mithilfe von sogenannten „Angiogenese-Hemmern“ unterbindet. Ab einer bestimmten Größe ist ein Tumor darauf angewiesen, eigene Blutgefäße zu bilden, um weiter wachsen zu können. Er sendet dazu Signale in Form von Wachstumsfaktoren an entsprechende „Antennen“ (Rezeptoren) auf den Zelloberflächen der Blutgefäße. Daraufhin beginnen diese Zellen, sich zu teilen: Neue Blutgefäße entstehen und versorgen den Tumor mit Nährstoffen und Sauerstoff.

Angiogenese-Hemmer verhindern, dass die vom Tumor ausgesendeten Wachstumsfaktoren die Rezeptoren erreichen. Sie  unterbinden die nachgeschalteten Signalwege in der Zelle. Somit werden keine neuen Blutgefäße zur Versorgung des Tumors ausgebildet. Er kann nicht mehr weiter wachsen, kann weniger Metastasen bilden und sich immer schlechter von einer Chemotherapie oder Bestrahlung erholen. Schließlich leiten immer mehr Tumorzellen den programmierten Zelltod (Apoptose) ein: Der Tumor stirbt ab.

Was bedeutet die Bezeichnung „Angiogenese-Hemmer“?

Angiogenese-Hemmer unterbinden die Bildung neuer Blutgefäße. Das Ausbilden neuer Gefäße bezeichnen Mediziner als Angiogenese,abgeleitet von den griechischen Begriffen „Angio“ = Gefäß und „Genese“ = Entstehung.

Bildung von Blutgefäßen
Krebszellen regen durch Wachstumsfaktoren die Bildung von Blutgefäßen an
Rueckbildung der Blutgefäße
Angiogenese-Hemmer fangen die Wachstumsfaktoren ab und bewirken die Rückbildung der Blutgefäße
Mangelnde Versorgung
Durch die mangelnde Versorgung "verhungert" der Tumor

Welche Nebenwirkungen haben Angiogenese-Hemmer?

Zielgerichtete Wirkstoffe wie Angiogenese-Hemmer sind in der Regel gut verträglich, einige Nebenwirkungen sind bei der Behandlung aber möglich. So kann es zu Nasenbluten oder Bluthochdruck kommen, ebenso sind Magen-Darm-Beschwerden möglich. Während Nasenbluten relativ einfach selbst gestoppt werden kann, etwa durch Zusammendrücken der Nasenflügel und Auflegen kalter Umschläge im Nacken und auf dem Nasenrücken, können andere Nebenwirkungen schwieriger zu behandeln sein. Sprechen Sie bei Ihrem Arzt sämtliche auftretenden Nebenwirkungen an. Er wird mit Ihnen mögliche Behandlungen besprechen.

Was ist eine Kombinationstherapie?

Üblicherweise wird ein Angiogenese-Hemmer bei inoperablem, metastasierendem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zusammen mit einer platinhaltigen Chemotherapie angewendet. Diesen Therapieansatz wählen Mediziner, weil er in Studien das Gesamtüberleben von Patienten im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie verbessert. Er kann aber mit schwereren Nebenwirkungen einhergehen als eine ausschließliche Chemotherapie.

Daneben ist es möglich, die Wirkung von Tyrosinkinase-Hemmern mit Angiogenese-Hemmern zu kombinieren. Mit dieser Therapie leben Patienten deutlich länger, ohne dass die Krebserkrankung voranschreitet, verglichen mit einer Behandlung mit Tyrosinkinase-Hemmern allein. Hierbei treten keine neuen Nebenwirkungen auf, und selbst schwere Nebenwirkungen sind kaum häufiger zu beobachten. Der Angiogenese-Hemmer kann also die Therapie mit Tyrosinkinase-Hemmern wirksam unterstützen. Diese Kombination stellt zudem eine verträgliche Alternative zu der Kombination mit einer Chemotherapie dar.